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Feedback ist kein Konflikt. Kein Feedback schon.

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Es knirscht im Team. Jemand kommt ständig zu spät. Ein anderer zieht bei Meetings nicht mit. Die Performance leidet, die Stimmung auch. Und wenn ich dann frage: Hast du der Person Feedback gegeben? – sagen rund 60 Prozent der Führungskräfte, mit denen ich arbeite: Nein. Gut ausgebildete Menschen. Erfahrene Unternehmer. Und trotzdem dieser blinde Fleck.

Nicht gegebenes Feedback ist ein Fahrstuhl in den Konflikt

Feedback zu vermeiden fühlt sich oft nach Konfliktvermeidung an. Es ist das Gegenteil. Was heute akzeptiert wird, wird der Standard von morgen. Wer jemandem nicht sagt, dass er ihm auf den Fuß tritt, darf sich nicht wundern, wenn es weitergeht. Das gilt im Team genauso wie zuhause. Ich erinnere mich an eine Szene im Supermarkt mit meinem damals fünfjährigen Sohn: Schokoriegel, ich hatte keinen Bock auf den Stress, also gab ich nach. Ein Freund fragte mich danach: Bist du bereit, dieses Verhalten die nächsten zehn Jahre zu reproduzieren? Das hat gesessen.

Warum Feedback trotzdem so selten passiert

Viele haben Angst, unfreundlich zu wirken. Oder sie wollen den Konflikt nicht riskieren, der damit einhergehen könnte. Oder sie wollen sich das unangenehme Gefühl eines kritischen Gesprächs nicht zumuten. All das ist menschlich. Und keines davon ist eine gute Führungsentscheidung. Feedback ist kein Angriff – es ist ein Invest in die Beziehung und in die Entwicklung des anderen.

Die 3W-Formel: Wahrnehmung, Wirkung, Wunsch

Wirksames Feedback braucht keine Konfrontation. Es braucht Struktur. Die 3W-Formel aus der gewaltfreien Kommunikation nach Marshall Rosenberg gibt genau das. Erst die Wahrnehmung: konkret, spezifisch, beobachtbar. Nicht „du bist immer zu spät", sondern „Montag beim Teammeeting bist du zwanzig Minuten nach Beginn dazugekommen". Dann die Wirkung: eine Ich-Botschaft, die beschreibt, was das ausgelöst hat und welches Bedürfnis nicht erfüllt wurde. Das deeskaliert, weil es keine Anklage ist, sondern eine ehrliche Mitteilung. Und schließlich der Wunsch: eine klare Bitte für zukünftiges Verhalten. Pünktlichkeit. Handy weg. Volle Aufmerksamkeit. So entsteht Klarheit, ohne zu verletzen.

Die häufigsten Fehler beim Feedback geben

In der Praxis scheitert Feedback oft an drei Stellen: Die Wahrnehmung ist zu vage – „immer" und „ständig" statt konkreter Situationen. Die Wirkung bleibt unausgesprochen – ohne emotionale Betroffenheit fehlt der Antrieb zur Veränderung. Und der Wunsch wird nicht formuliert – das Gespräch endet, ohne dass klar ist, was sich ändern soll. Alle drei Punkte brauchen einander. Erst zusammen entfaltet die Formel ihre Wirkung.

Das Beziehungskonto: 3:1 ist die Mindestquote

Feedback ist nicht nur Korrektur. Nach der Gallup-Forschung sollte stärkenorientiertes Feedback dreimal so häufig gegeben werden wie korrigierendes. Nicht als Sandwich-Technik – erst Lob, dann Kritik, dann wieder Lob. Das durchschaut jeder nach dem zweiten Mal. Sondern als zwei getrennte, eigenständige Aktivitäten. Das Positive einzahlen, das Kritische separat adressieren. Wer nie einzahlt und nur abbucht, verliert das Vertrauen des Teams – und damit die Grundlage dafür, dass kritisches Feedback überhaupt ankommt.

Feedback bekommen: einfacher als gedacht

Wenn dir jemand Feedback gibt, ist das ein Vertrauensbeweis. Die einzige richtige Antwort darauf: Danke. Kein Rechtfertigen, kein Erklären, kein Gegenfeedback. Einfach danken und im Stillen darüber nachdenken, was darin steckt. Wer Feedback annehmen kann, ohne in die Defensive zu gehen, signalisiert Lernbereitschaft – und macht es anderen leichter, es auch zu geben.

Jetzt in die Praxis

Schau in dein unmittelbares Umfeld: Wer braucht von dir ein konstruktiv-kritisches Feedback, das du schon zu lange aufgeschoben hast? Und wer hat längst ein stärkenorientiertes verdient, das du noch nicht gegeben hast? Beides zählt. Beides wirkt.

Gemeinsam weiterkommen

Wenn du merkst, dass Feedback in deinem Team oder Unternehmen ein blinder Fleck ist – und du das ändern willst – dann buch dir ein unverbindliches Erstgespräch. Wir schauen gemeinsam, was es braucht, damit Feedback bei dir zur echten Führungskultur wird.