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Bist du dieser Founder – oder spielst du diese Rolle?

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Was Investor-Vertrauen wirklich entscheidet – und wie du Founder Fit von innen aufbaust

Du bereitest dich vor. Du optimierst dein Deck. Du trainierst deinen Pitch. Und trotzdem kommt nach dem Meeting dasselbe Feedback: Passt gerade nicht ins Portfolio. Das Problem sitzt nicht dort, wo du suchst. Markus, ein Gründer in der Seed-Stage-Phase, zehn Jahre Markterfahrung, saubere Marktanalyse, gutes Deck – und immer wieder Absagen. Er rief mich an und fragte: Was mache ich falsch? Die Antwort lag nicht in seinem Deck.

Die Frage, die alles entscheidet

Liebst du wirklich das Problem, das dein Unternehmen lösen will – oder liebst du die Idee, es gelöst zu haben? Das klingt philosophisch. Ist es nicht. Es macht einen riesigen Unterschied, ob du zehn Jahre an der Lösung eines Problems arbeiten willst – oder dir vorstellst, wie es ist, wenn du es geschafft hast. Die Zielvisualisierung vieler Gründer: Ich bin dann Milliardär, das Haus in der Schweiz, die Familie um mich herum, das Unternehmen läuft. Das ist kein Founder Fit. Das ist Ergebnisfantasie.

Drei Enttäuschungen, die du kennen solltest

Der Lebenslauf allein reicht nicht. BWL-Studium, fünf Jahre Markterfahrung, nachgewiesene Skills – das ersetzt keine emotionale Berührtheit mit dem Thema. Der Unterschied: Weiß ich Bescheid – oder kenne ich das von innen heraus? Investoren spüren diesen Unterschied. Pitch-Training auch nicht. Körpersprache trainieren, Antworten auswendig lernen, Mock-Meetings – erfahrene Investoren haben tausende Pitches gesehen. Was dabei entsteht, ist manchmal Credibility-Theater. Presentation Skills sind wichtig, aber sie ersetzen nicht die Stimmigkeit deines Signals. Und das Passion Statement erst recht nicht. Passion ist eine Schicht über etwas, das entweder da ist oder nicht. Investoren kaufen die Gewissheit darunter.

Founder Fit ist eine Identitätsfrage

Was Investoren wirklich suchen, lässt sich nicht in zehn Mock-Pitches einstudieren – aber klären und entwickeln. Founder Fit ist keine Frage der Qualifikation. Es ist eine Identitätsfrage: Wer bist du – und was brauchst du, um deine Mission zu verwirklichen? Viele Founder, gerade aus dem Tech-Sektor, laufen noch im Innovator-Modus. Produktdenken, Probleme lösen, Ideen entwickeln – alles wichtig, hat sie dahin gebracht, wo sie heute sind. Aber irgendwann braucht das Unternehmen einen Leader. Jemanden, der das Team entwickelt, Vertrauen gewinnt, eine Vision hat, durch Unsicherheiten steuert. Wenn du im Investorengespräch über Features sprichst, wenn eigentlich Marktdynamik gefragt wäre – das ist kein Kompetenzproblem. Das ist ein Identitätsupdate, das noch aussteht.

Lebenslauf versus Origin Story

Auf die Frage Why you? antworten die meisten Gründer mit ihrem CV. BWL-Studium, fünf Jahre Erfahrung, erste Erfolge. Aber was Investoren wirklich wollen, ist die Unvermeidlichkeit. Der Weg, der nur zu dieser Mission führen konnte. Dein Lebenslauf sagt: Ich kann das. Deine Origin Story sagt: Ich muss das machen. Jonas, Gründer einer Finanzplattform für Selbstständige, hat gesehen, wie sein Vater – obwohl er hart gearbeitet hat – Zeit seines Berufslebens zu wenig in seine Rente eingezahlt hat. Nicht weil er blöd war. Sondern weil niemand es ihm erklärt hat. Jonas hat Wirtschaft studiert, bei einer Bank gearbeitet, alles verstanden – und gemerkt: Das Wissen ist da, aber es kommt nicht dort an, wo es gebraucht wird. Wenn er das erzählt, kaufen Investoren diese Story. Sie kaufen seine Unvermeidlichkeit, nicht seinen Businessplan. Wann wurde aus Interesse bei dir eine nachhaltig tragfähige Obsession? Was hast du gesehen, das andere nicht gesehen haben?

Die Übung für heute Abend

Setz dich hin. Atme tief ein und aus. Stell dir folgende Situation vor: Du hast morgen kein Funding mehr, keine Brückenfinanzierung, nur noch drei Monate Runway. Danach ist Schluss. Die Frage: Machst du trotzdem weiter? Lass die Antwort kommen, ohne zu denken. Nicht rational abwägen – spür ehrlich rein. Wenn da Nein ist und vielleicht sogar eine Erleichterung – kein Versagen, aber ein ehrliches Signal. Wenn da Ja ist und eine tiefe Ruhe – nicht Trotz, nicht Kampfgeist, sondern stilles, klares Wissen: Ich mache das, no matter what – dann weißt du, wofür du hier bist. Das ist Founder Fit. Und das ist spürbar im Pitchraum. Zweite Frage: Würde ich das machen, auch wenn keiner zuschaut? Wer das bejahen kann, agiert aus Innenorientierung. Wer nicht – der hängt sein Selbstbild an jede Investorenabsage, jeden LinkedIn-Like. Das ist keine Autonomie, das ist Abhängigkeit.

Gewissheit, nicht Überzeugung

Václav Havel hat Hoffnung einmal so beschrieben: nicht die Überzeugung, dass etwas gut ausgeht – sondern die Gewissheit, dass etwas Sinn macht, egal wie es ausgeht. Founder Fit ist genau das. Der Unterschied zwischen Ich glaube dran und Ich mache das entscheidet, ob Funding kommt oder nicht. Zwischen einem guten Pitch und einem echten Founder Fit.

Dein nächster Schritt

Wenn du spürst, dass dein Founder Fit noch nicht so stark ist wie nötig – dann ist das kein Scheitern. Es ist ein Signal, dass du Raum und Stille brauchst, um auf das Flüstern der Zukunft zu lauschen. Wenn du das gemeinsam klären willst, bewirb dich für einen Discovery Call.

Oder mach zuerst das Resonance Assessment: light-creators.com