← Alle Episoden Episode 27

Scalable Logic: Die drei Fragen, die Investoren wirklich stellen

Jetzt reinhören

Du kennst die Fragen wahrscheinlich. Cost of Acquisition, Lifetime Value, Cashflow — das ist nicht das Problem.

Das Problem ist, was passiert, wenn ein Investor in Minute 4 nachhakt. Wenn er nicht das Deck sehen will, sondern dich. Und du merkst: Du kennst die Frage, aber deine Antwort trägt nicht.

In der aktuellen Folge von Leise Kraft geht es um Scalable Logic — den Faktor im Founder Resonance System, den fast jeder Founder auf dem Schirm hat und an dem trotzdem so viele Funding-Gespräche kippen. Nicht weil das Business nicht stimmt. Sondern weil die Antworten nicht verkörpert sind.

Hier sind die drei Fragen, um die es geht.

Der Burggraben — und der Unterschied zur Mauer

Investoren wollen wissen: Warum kann das, was du machst, nicht einfach kopiert werden?

Und an dieser Stelle verwechseln viele Founder zwei Dinge. Produktqualität, schnelleres UX, besserer Preis — das sind Mauern. Mauern machen dich nach innen stark. Aber ein gut finanzierter Wettbewerber baut eine Leiter und ist drüber.

Ein Graben ist etwas anderes. Netzwerkeffekte. Proprietäre Daten. Wechselkosten. Regulatorische Hürden. Ein Graben hält fern. Und ein echter Graben wird mit der Zeit stärker, nicht schwächer.

LinkedIn hat keinen technologischen Vorsprung. Das Produkt ist nicht revolutionär. Aber die Recruiter gehen nicht weg, solange die Kandidaten dort sind — und umgekehrt. Das ist ein Graben.

Die härtere Frage ist allerdings nicht "Habe ich einen?", sondern: Welche technologische Entwicklung der nächsten drei bis fünf Jahre könnte deinen Graben gefährden — und wie gehst du damit um? Frag mal Google, was ChatGPT mit einem fast perfekten Burggraben gemacht hat.

Unit Economics — und der Eimer mit dem Loch

Die Grundregel: Dein Lifetime Value muss mindestens drei Mal so hoch sein wie deine Akquisekosten. Darunter geht es nicht um Produktverbesserung. Da geht es um deinen Skalierungshebel.

Stell dir einen Eimer vor mit einem Loch unten. Das Loch sind deine Akquisekosten. Oben läuft das Wasser rein — das ist der Lifetime Value deines Kunden. Wenn unten mehr rausläuft als oben reinkommt, wird dir kein Investor auf Dauer beim Nachfüllen helfen.

Die entscheidende Frage ist nicht, ob du die Zahlen "ungefähr" kennst. Sondern: Kennst du dein Verhältnis von CAC zu LTV auf die Stelle genau? Und kannst du in zwei Sätzen erklären, warum dein Kunde im Schnitt zwei Jahre bleibt — als Story, nicht nur als Zahl?

Cash-Logik — die Reihenfolge, die viele falsch haben

Nick Sonnenberg nennt sie das CPR-Framework: Cash, People, Revenue. In dieser Reihenfolge.

Das ist gegenintuitiv. Viele Founder priorisieren intuitiv Revenue zuerst — das fühlt sich unternehmerisch an. Ist es aber nicht. Es ist rückwärts. Du jagst den Umsatz ohne die Struktur, die ihn trägt.

Die Delivery-Apps in den Corona-Jahren haben das gezeigt. Riesiges Revenue-Wachstum, tausende Fahrer eingestellt, aggressive Marktexpansion — und dann die Cash-Krise. Nicht wegen schlechtem Produkt. Wegen der falschen Reihenfolge.

Wer Cash als nachgelagertes Problem behandelt, wächst in die Abhängigkeit von der nächsten Runde. Jede Verzögerung wird existenziell. Wer mit Cash-Disziplin baut, verhandelt aus einer anderen Position. Er braucht das Geld nicht — er nutzt es strategisch.

Es ist wie bei der Wiederbelebung. Wenn jemand nicht atmet, fängst du nicht mit dem Herzrhythmus an. Du sicherst zuerst die Atemwege. Die Reihenfolge rettet das Leben — oder das Unternehmen.

Der eigentliche Test

Diese drei Fragen waren dir wahrscheinlich vorher schon bekannt. Das ist nicht der Punkt.

Der Punkt ist: Kannst du pro Bereich drei Sätze formulieren, die du auswendig weißt? Sätze, die du unter Druck verkörpern kannst — nicht nur benennen. Sätze, die du in Minute zwei eines Investoren-Pitchs platzieren kannst, bevor die Frage überhaupt gestellt wird.

Wenn dir das schwerfällt, ist das kein Deck-Update, das du brauchst. Es ist ein Klarheits-Update.

Wenn du diese Klarheit vertiefen willst

Manche Dinge klären sich beim Schreiben. Manche beim Spazierengehen — eine Stanford-Studie zeigt, dass ein Spaziergang in der Natur das kreative Vermögen um bis zu 60% steigern kann. Deshalb arbeite ich mit meinen Klienten oft im Walk-and-Talk-Format, entweder mobil per Headset oder physisch im Berliner Tiergarten.

Wenn du das Gefühl hast, deine Antworten auf Moat, Unit Economics und Cash-Logik tragen noch nicht so, wie sie tragen müssten — und du willst das vor dem nächsten Investorengespräch geklärt haben, nicht danach — dann lass uns reden.

Du kannst dich für einen kostenlosen Diagnostic Call bewerben. 60 Minuten, eins zu eins. Wir schauen gemeinsam, wo deine Antworten schon stehen und wo es ein Update braucht. Kein Verkaufsgespräch. Ein Klarheitsgespräch.

[Hier bewerben für deinen Diagnostic Call →]

Und in jedem Fall: viel Klarheit und Leichtigkeit beim Skalieren.

Dein David

Wer klar ist — dem folgt die Welt.